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Dienstag, 06. Juni 2023

Projekt Mona Lisa

14 neue Blicke auf die Superikone
Zuletzt geändert am 16. Mai 2024
Cover: Projekt Mona Lisa

Was mit Leo­nar­do aus Vin­ci im 16. Jahr­hun­dert begon­nen hat, wird mit Giu­lio aus der Leo­pold­stadt im 21. nicht enden. Der Jün­ge­re trat in die­se Welt, da war schon ein gutes hal­bes Jahr­tau­send ver­gan­gen, seit der Älte­re sein nach­mals berühm­tes­tes Werk voll­endet hat­te: die Mona Lisa, die in die­sen 500+ Jah­ren viel erlebt hat.

Anfangs hing sie für eine Wei­le bei König Franz I. von Frank­reich im Schloss, um dann bei Lud­wig XIV. in Ver­sailles unter­zu­kom­men. Von dort zog sie in den Lou­vre, wo schließ­lich Napo­le­on Bona­par­te sich ihrer annahm und sie in sein Schlaf­zim­mer ent­führ­te. Nach des­sen Ver­ban­nung durf­te sie zurück in das fran­zö­si­sche Natio­nal­mu­se­um, um von dort in einer August­nacht aus ihrem Rah­men befreit und als­dann gestoh­len zu wer­den. Da erst wur­de die Mona Lisa end­lich halb­wegs welt­be­rühmt. Und das kam so: Die fran­zö­si­schen Poli­zis­ten hat­ten Fotos des Gemäl­des dru­cken und in einer Start­auf­la­ge von 6.500 Stück ver­tei­len las­sen, um bei der Jagd nach dem Dieb auch die Öffent­lich­keit ein­zu­bin­den. Wäh­rend fort­an Men­schen in den Lou­vre pil­ger­ten, um anstel­le Mona Lisas die nun lee­re Wand zu sehen, mach­ten Händ­ler auf den Stra­ßen mit ihr in Form von Post­kar­ten und Repro­duk­tio­nen gute Geschäf­te. Reich­lich zwei Jah­re soll­ten ver­ge­hen, bis der Dieb – ein Gele­gen­heits­kri­mi­nel­ler und in Sachen Kunst unbe­leckt – ding­fest gemacht wer­den konn­te. Jetzt erst war Mona Lisa wirk­lich wer.

Und so arbei­te­ten sich in der Fol­ge Andy War­hol, Mar­cel Duch­amp, Robert Rau­schen­berg und im Jahr 2022 end­lich auch Giu­lio und die gan­ze 4B der ehe­dem Regen­bo­gen­volks­schu­le genann­ten GTVS Dar­win­gas­se im Vol­kertvier­tel der Wie­ner Leo­pold­stadt an ihr ab. Vera Reu­mann, die Leh­re­rin, war auf Mona Lisa auf­merk­sam gewor­den, weil Roland Schwei­zer in sei­nem Café Else in der Hei­ne­stra­ße eine veri­ta­ble Samm­lung von Kopien, Repro­duk­tio­nen und Inter­pre­ta­tio­nen an die Wand gehängt hat­te: 17 Stück Mona Lisen in Sum­me. Und als die für Mon­tag anbe­raum­te Kunst­stun­de vor­be­rei­tet wer­den soll­te, kopier­te Reu­mann eine Mona Lisa, um die Klas­se andern­tags zum Zeich­nen und Malen zu moti­vie­ren. 14 Bil­der sind dabei ent­stan­den, die der Wirt weni­ge Wochen spä­ter für eine Ver­nis­sa­ge im Café Else gerahmt und den ande­ren Mona Lisen schräg gegen­über an eine Wand gehängt hat. Da nun wur­de ich auf das Pro­jekt Mona Lisa auf­merk­sam und unter­brei­te­te den jun­gen Damen und Her­ren spon­tan einen Vor­schlag: Wenn wir zu den Bil­dern auch noch die Lebens­ge­schich­ten der Kunst­schaf­fen­den doku­men­tie­ren könn­ten, lie­ße sich dar­aus womög­lich ein Buch machen.

Tymofii Koliaskolow
Tymo­fii: „Die Mona Lisa gefällt mir sehr. Ich habe gezeich­net und radiert.“

Und so wur­den Ter­min und Moda­li­tä­ten ver­ein­bart und jene Tex­te geschrie­ben, die mit den Bil­dern zusam­men in die­ser Kunst­edi­ti­on gedruckt vor­lie­gen. Ver­fasst wur­den die Geschich­ten hand­schrift­lich im Lauf von zwei Schul­stun­den, in denen Leo­nar­dos Vita eben­so zur Spra­che kam wie die Repro­duk­ti­ons- und Rezep­ti­ons­ge­schich­te der Mona Lisa. Im Zen­trum der Auf­merk­sam­keit aber stan­den die Geschich­ten der Künstler*innen, die eine inso­fern beson­de­re Schu­le besu­chen, als dort von etwa 160 Kin­dern mehr als zwei Dut­zend soge­nann­te Erst­spra­chen gespro­chen wer­den. Weil die Schul­bü­ro­kra­tie jüngst aus der Volks­schu­le eine Ganz­ta­ges­volks­schu­le (GTVS) gemacht hat, was neben einem Mit­tag­essen für die Kin­der auch eine Gra­tis­nach­mit­tags­be­treu­ung bringt, sind nun zuse­hends auch Eltern mit der Erst­spra­che Deutsch moti­viert, ihre Kin­der in die­se Schu­le zu schi­cken. Was wie­der­um – Stich­wort: Sprach­bad – für den all­ge­mei­nen Auf­bau von Deutsch­kennt­nis­sen nur von Vor­teil sein kann.

Ich könn­te jetzt noch ins Schwär­men gera­ten ange­sichts des Enga­ge­ments und der Men­schen­lie­be, die den Lehr­kör­per (ein schö­nes Wort!) hier prä­gen. Aber das wür­de nur ablen­ken von Mona Lisa, Leo­nar­do und sei­nen Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen im Vol­kertvier­tel. Ihnen zuerst hat die Auf­merk­sam­keit zu gel­ten, unge­teilt und voll der Bewunderung.

Projekt Mona Lisa

 30,00

Bro­schü­re mit je zwei Post­kar­ten­sets zu 15 Kar­ten im Schu­ber. Limi­tier­te und num­me­rier­te Erst­aus­ga­be zu 300 Stück. 

in: Pro­jekt Mona Lisa, her­aus­ge­ge­ben von ES, Geschich­ten der Gegen­wart, Band 6, edi­ti­on IMPORT/EXPORT
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