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Donnerstag, 05. April 2018

Was das Frühjahr bringt? Berichte aus Salzburg!

Zuletzt geändert am 23. Oktober 2022
376 Autorinnen und Autoren erzählen, wie sie geworden, wie sie dahin gekommen sind, wo sie heute leben, lernen, lieben, arbeiten. Jede dieser Geschichten gewährt also Einblick in ein Leben. In Summe berichten sie aber auch von den Möglichkeiten des Zusammen­lebens in Salzburg.

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376 JUN­GE AUTORIN­NEN UND AUTOREN erzäh­len in die­sen Bän­den, wie sie gewor­den, wie sie dahin gekom­men sind, wo sie heu­te leben, ler­nen, lie­ben, arbei­ten. Jede die­ser Geschich­ten gewährt also Ein­blick in ein Leben. In Sum­me erzäh­len sie aber auch von den Mög­lich­kei­ten des Zusammen­lebens, vom aktu­el­len Stand des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts, natür­lich auch von Schwach­stel­len, die schnell zu Bruch­stel­len wer­den können. 

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WIR IN SALZ­BURG I + II. Die in die­sen bei­den Bän­den gedruck­ten Tex­te wur­den ursprüng­lich hand­schrift­lich ver­fasst. Die ers­ten sind in drei Work­shops im Juni 2015 ent­stan­den – und zwar in zwei 4. Klas­sen der Neu­en Mit­tel­schu­le (NMS) Hal­lein-Stadt sowie in einer Klas­se der Poly­tech­ni­schen Schu­le (PTS) Hal­lein. In einer Koope­ra­ti­on mit der Arbei­ter­kam­mer Salz­burg, dem Refe­rat Jugend, Gene­ra­tio­nen, Inte­gra­ti­on des Lan­des Salz­burg und der Kul­tur­ab­tei­lung der Lan­des­haupt­stadt Salz­burg wur­de sodann eine Stadt und Land umfas­sen­de Work­shop-Rei­he auf­ge­setzt. In drei Durch­gän­gen – im April, Mai und Okto­ber 2017 – wur­den in 13 Schu­len und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen in Salz­burg, Hal­lein, Bischofs­ho­fen, St. Johann im Pon­gau sowie in St. Gil­gen rund 20 Work­shops ange­bo­ten. In Sum­me sind dabei die hier ver­öf­fent­lich­ten Tex­te entstanden.

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Zyg­munt Bau­mann, der gro­ße Sozio­lo­ge, hat uns den Gedan­ken hin­ter­las­sen, dass die Rei­se unse­res Lebens auf zwei inter­agie­ren­den Fak­to­ren basiert: dem Schick­sal einer­seits und den von ihm ermög­lich­ten rea­lis­ti­schen Optio­nen ande­rer­seits. Die­ses „Set“, sag­te er, lässt sich nicht über­sprin­gen. „Aber ver­schie­de­ne Leu­te wer­den eine unter­schied­li­che Wahl tref­fen, und das ist eine Fra­ge des Cha­rak­ters. Des­halb hat man zur sel­ben Zeit Anlass zu Pes­si­mis­mus und Opti­mis­mus. Pes­si­mis­mus, weil es unüber­wind­ba­re Gren­zen der Mög­lich­kei­ten gibt, die einem offens­ten. (…) Opti­mis­mus, weil man, im Unter­schied zum Schick­sal, an sei­nem Cha­rak­ter arbei­ten kann.“ Wie prä­zi­se Bau­mann damit den Lauf des Lebens seziert, zei­gen auch die Tex­te der mehr als 370 jun­gen Men­schen, die in die­sen bei­den Bän­den nun gedruckt vor­lie­gen. Schick­sal all­über­all. Aber dann eben auch Mög­lich­kei­ten zuhauf, Chan­cen. Und Hür­den. Unge­rech­tig­kei­ten. Ungleich­hei­ten. Die gan­ze Bandbreite.

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Die Schreib-Work­shops des Blink­licht Media Lab wer­den seit 2011 in Schu­len (mitt­ler­wei­le in fast allen Typen) sowie in zahl­rei­chen ande­ren Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen (anfangs vor allem in Pro­duk­ti­ons­schu­len, seit eini­ger Zeit auch etwa in Volks­hoch­schu­len und im Jugend­col­lege der Stadt Wien) ange­bo­ten. Jahr für Jahr ent­ste­hen dabei im Schnitt rund 500 BERICH­TE AUS DEM NEU­EN OE. Dar­aus sind bis­her elf Bücher gewor­den, alle­samt erschie­nen in der edi­ti­on IMPORT/EXPORT.

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Ein­ge­lei­tet wer­den die Work­shops mit dem Ange­bot eines Tausch­ge­schäfts: Jede Autorin, jeder Autor bekommt ein Buch mit 240 Geschich­ten von Men­schen, die Gren­zen über­schrit­ten haben und davon in der Ich-Form berich­ten (IMPORT/EXPORT: Lau­ter Ausländer/​Noch mehr Aus­län­der). Im Gegen­zug geben die Jugend­li­chen ihre Hef­te ab und die Geschich­ten damit zur Publi­ka­ti­on frei.

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Tief beein­dru­ckend sind oft jene ers­ten Minu­ten des Schrei­bens, in denen eine gan­ze Work­shop-Grup­pe in den Flow kommt: die Köp­fe nach vor­ne geneigt, die Bli­cke auf die Hef­te gerich­tet; auf die eben noch unbe­rühr­ten Sei­ten flie­ßen ers­te Wor­te; anfäng­li­ches Zau­dern ver­ebbt, der Geräusch­pe­gel sinkt auf ein Mini­mum; ein Anfang ist gemacht. Nun geht es Satz um Satz tie­fer in die Geschich­te. In der Ich-Form erzäh­len die Schrei­ben­den so aus ihrem Leben. Was in die­sen Minu­ten pas­siert, lässt sich mit einer Pas­sa­ge aus dem Tage­buch 1946–1949 von Max Frisch tref­fend illus­trie­ren: „Man hält die Feder hin, wie eine Nadel in der Erd­be­ben­war­te, und eigent­lich sind nicht wir es, die schrei­ben; son­dern wir wer­den geschrie­ben. Schrei­ben heißt: sich sel­ber lesen.“

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Erschie­nen sind die bei­den Salz­burg-Bän­de in der edi­ti­on IMPORT/EXPORT:

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