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Donnerstag, 19. Juli 2007

Alles für Hunde und Katzen

Ioana Tomescu
Ioana Tomescu, 36, lebt als Leiterin der Tierschutzprojekte von „Vier Pfoten“ in Wien.


Am liebs­ten wäre ich Tier­ärt­zin gewor­den. Aber ich ver­tra­ge den Anblick von Blut und ver­letz­ten Tie­ren nicht, daher stu­dier­te ich Archi­tek­tur. Als aber die Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on „Vier Pfo­ten“ eine Mit­ar­bei­te­rin such­te, bin ich ein­ge­sprun­gen. Fast sie­ben Jah­re lang war ich in Rumä­ni­en tätig, bevor ich nach Wien kam. Ich habe eini­gen tau­send Tie­ren das Leben geret­tet und vie­len tau­sen­den ein bes­se­res Leben ermöglicht.
Schon als Baby hat­te ich immer Tie­re um mich. Ich bin in Buka­rest in einer Woh­nung auf­ge­wach­sen, aber wir hat­ten immer min­des­tens drei Hun­de und meh­re­re Kat­zen. Es gibt sehr vie­le streu­nen­de Hun­de in der Stadt. Das ist teil­wei­se die Fol­ge der unglaub­li­chen Zer­stö­run­gen der Ceau­ses­cu-Jah­re: Wenn ein Vier­tel nie­der­ge­ris­sen wur­de, muss­ten die Men­schen fort­zie­hen, und dann lie­ßen sie ihre Hun­de ein­fach zurück. Es ist daher ganz nor­mal, dass man sich einen Hund von der Stra­ße mit­nimmt, wenn man ihn haben will.
Die Behör­den ver­su­chen das Pro­blem zu lösen, in dem sie streu­nen­de Hun­de in grau­en­vol­le Tötungs­sta­tio­nen umbrin­gen. Wir Tier­schüt­zer kämp­fen dafür, dass sie geschlos­sen wer­den, dass die Hun­de kas­triert wer­den. Vor Jah­ren schon hat­ten wir ein sol­ches Pro­jekt mit dem dama­li­gen Bür­ger­meis­ter von Buka­rest ver­ein­bart. Doch sechs Wochen nach­dem er den Ver­trag unter­schrie­ben hat­te, ließ er wie­der Hun­de umbrin­gen. In einer die­ser kil­ling sta­ti­ons habe ich vor sechs Jah­ren auch mei­nen Luca gefun­den. Es war Lie­be auf den ers­ten Blick: Ich wuß­te, ich wür­de nicht ohne ihn nach Hau­se fah­ren. Er sieht so aus, als ob er ein­mal einen Gol­den Retrie­ver gese­hen und sich gedacht hät­te, so möch­te ich auch sein. Dabei ist er nur eine ein­fa­che Promenadenmischung.
Der­zeit beschäf­tigt mich unser Groß­kat­zen­pro­gramm: Im Sep­tem­ber wer­den wir 13 Löwen aus dem ehe­ma­li­gen Safa­ri­park Gän­sern­dorf und zwei wei­te­re aus Rumä­ni­en nach Süd­afri­ka trans­por­tie­ren, wo wir ein Schutz­ge­biet für sol­che Tie­re ein­ge­rich­tet haben. Jetzt suchen wir die rich­ti­ge Flug­li­nie für die Tie­re. Wir bau­en Trans­port­kis­ten und besor­gen die not­wen­di­gen Papie­re. Wenn wir das geschafft haben, ist die Welt wie­der ein Stück bes­ser gewor­den. In Rumä­ni­en wer­den heu­te noch mehr als 30 Löwen pri­vat gehal­ten, zumeist unter denk­bar schlech­ten Bedin­gun­gen. Sowohl in den Tou­ris­mus­zen­tren am Meer als auch in den Ski­ge­bie­ten wer­den die­se Tie­re als Attrak­ti­on ein­ge­sperrt, damit sich Men­schen mit ihnen foto­gra­fie­ren las­sen können.

auf­ge­zeich­net von ES; ver­öf­fent­licht in: Die Zeit, Nr. 28/2007
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