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Dienstag, 11. Mai 2010

WE LIKE: Maria Neckam

Zuletzt geändert am 23. Oktober 2022
Singer and Composer, schreibt sie als Berufsangabe: Maria Neckam kommt aus Korneuburg, lebt in New York City und tritt z.b. heute abend (11. Mai 2010 - 7pm) dort auf. In der 55Bar @ Christopher Street. Als Ersatz empfiehlt sich ihre jüngste CD "Deeper".

Sin­ger and Com­po­ser, schreibt sie als Berufs­an­ga­be: Maria Neckam kommt aus Kor­neu­burg, lebt in New York City und tritt z.b. heu­te abend (11. Mai 2010 – 7pm) dort auf. In der 55Bar @ 55 Chris­to­pher Street. Mit ihrer wun­der­ba­ren Band: Nir Fel­der (gui­tar), Samir Zarif (tenor sax), Glenn Zaleski (keys), Chris Tor­di­ni (bass) and Colin Stra­na­han (drums). Und ihrer Stim­me, über die John Swen­son im Off Beat Maga­zin schreibt: „Her sup­p­le, ree­dy voice hits the notes cle­ar­ly and has that won­derful qua­li­ty of
arti­cu­la­ting syll­ables as notes rather than words.“ Aus­drück­lich ver­wie­sen sei noch auf die Qua­li­tät ihrer Tex­te („quir­ky, pro­vo­king, poe­tic“, sagen sie auf Jazz​.com). Soll­te sich New York heu­te nicht aus­ge­hen, emp­feh­len wir ihr jüngs­tes Album „Deeper“ – Euro 8,99 auf iTu­nes.

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QUO­TE (aus kunst­STOFF, Nr. 4/2009):

Die rei­che Wie­ner Musik­tra­di­ti­on hat mich schon früh fas­zi­niert. Ich habe als klei­nes Mäd­chen zu sin­gen begon­nen. Mit zwölf Jah­ren habe ich Musik geschrie­ben. Ich habe Kla­vier­un­ter­richt bekom­men. Dann Gitar­re, Bass und Gesang gelernt. Als Teen­ager bin ich mit der Rock-Band Sounds of Silence auf­ge­tre­ten und solo unter dem Namen Kne­cke. Ob Klas­sik oder Pop, ob Musi­cal, Rock oder Punk, ob Jazz oder Tri­phop – ich kann mich für jedes Gen­re und jeden Stil begeistern.

Aus die­ser kind­li­chen Prä­gung hat sich mein Aus­bil­dungs­pro­gramm ent­wi­ckelt. Ich habe beim Stu­di­um des Jazz­ge­sang am Kon­ser­va­to­ri­um in Ams­ter­dam Musi­ker aus aller Welt ken­nen gelernt und von die­sen Bekannt­schaf­ten stark pro­fi­tiert, in dem ich mich auf neue Klän­ge und Sti­le ein­ge­las­sen habe. 2005 bin ich nach New York wei­ter­ge­zo­gen, um an der Man­hat­tan School of Music mei­nen „Mas­ter of Music“ zu machen. Zwei Jah­re lang habe ich dort Jazz­ge­sang, Indi­sche Musik und Klas­si­sche Kom­po­si­ti­on stu­diert. Mei­ne Gesangs­leh­re­rin hat frü­her mit Her­bie Han­cock gear­bei­tet, der Tab­la-Leh­rer mit Ravi Shan­kar. Dazu hat­te ich noch das Glück, in Nils Vige­land einen groß­ar­ti­gen Kom­po­nis­ten als Leh­rer zu haben. So wur­den all mei­ne musi­ka­li­schen Inter­es­sen bes­tens bedient. Dass ich neben­her noch die Jazz­sze­ne die­ser groß­ar­ti­gen Stadt aktiv erkun­det habe, ver­steht sich da fast von selbst. Noch heu­te tre­te ich regel­mä­ßig in New Yor­ker Clubs auf, die ich in den Jah­ren ken­nen­ge­lernt habe – in der „55Bar“, dem „Cor­ne­lia Street Café“ und der „Bar Next Door“.

Im Augen­blick mache ich mei­nen neu­es Album („Deeper“) fer­tig und expe­ri­men­tie­re dabei nach einem schlich­ten Rezept: ich will aus wenig viel machen. Dazu neh­me ich mei­ne eige­ne Stim­me und dopp­le sie mit einem Glo­cken­spiel auf. Ich brin­ge die Rol­len der Instru­men­te durch­ein­an­der, um neue Klän­ge zu erzeu­gen. Ich schrei­be Pop- und Rock­mu­sik, die ich dann von Jazz­mu­si­kern spie­len las­se. Ich zwin­ge Vir­tuo­sen dazu, extrem ein­fa­che Din­ge zu spie­len. Auf die­sem Weg ler­ne ich, klei­ne Effek­te best­mög­lich zur Gel­tung zu brin­gen. Am Ende soll dabei Musik ent­ste­hen, die Tief­gang hat und doch jeden Zuhö­rer berührt, ganz unab­hän­gig von sei­nem Hin­ter­grund oder sei­ner musi­ka­li­schen Bildung.

Dass ich mei­ne Rol­le als Künst­le­rin so ernst neh­me, hat auch damit zu tun, dass ich den Nichi­ren Bud­dhis­mus prak­ti­zie­re. Von Nichi­ren, einem bud­dhis­ti­schen Mönch im Japan des 13. Jahr­hun­derts, ler­nen wir, dass der Respekt vor der Wür­de des Men­schen all unse­rem Tun zugrun­de lie­gen soll. Als Künst­le­rin will ich dem­nach einen posi­ti­ven Ein­fluss in der Gesell­schaft aus­züben. Ich bemü­he mich, in mei­ner Musik nicht nur über miss­glück­te Lieb­schaf­ten zu jam­mern, son­dern auch Wer­te zu ver­mit­teln. Selbst­ver­trau­en etwa. Ver­ständ­nis für ande­re. Offen­heit. Und eine grund­sätz­lich posi­ti­ve Ein­stel­lung zum Leben: man kann schaf­fen, was man schaf­fen möchte.

In New York bin ich zuhau­se. Gut inte­griert, könn­te man sagen: vor mei­ner Haus­tür liegt der weit­läu­fi­ge Pro­s­pect Park, in dem ich mög­lichst oft spa­zie­ren gehe oder mich mit Freun­den zum Gril­len tref­fe. Um die Ecke habe ich ein gemüt­li­ches Cafe, das vie­le Musi­ker­freun­de fre­quen­tie­ren. Über­haupt wirkt unser Vier­tel, in dem vie­le Zuwan­de­rer aus der Kari­bik leben, wie ein Musi­ker­dorf: wo man auch geht, man hört jeman­den üben oder pro­ben. Wunderbar.

Auf­ge­zeich­net von Ernst Schmiederer

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