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WIR IN SALZBURG – Band II

Erscheinungsdatum:

 27,50

376 jun­ge Autorin­nen und Autoren erzäh­len in die­sen zwei Salz­burg-Bän­den, wie sie gewor­den sind, wie sie dahin gekom­men sind, wo sie heu­te leben, ler­nen, lie­ben, arbei­ten. Jede die­ser Geschich­ten gewährt also Ein­blick in ein Leben. In Sum­me erzäh­len sie aber auch von der Mög­lich­kei­ten des Zusam­men­le­bens, vom aktu­el­len Stand des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts, natür­lich auch von Schwach­stel­len, die schnell zu Bruch­stel­len wer­den können.

Wovon zu berich­ten ist: Hür­den. Chan­cen. Ungleich­hei­ten. Aus dem Vor­wort von Ernst Schmiederer:

Den Gedan­ken, dass die Rei­se unse­res Lebens auf zwei inter­agie­ren­den Fak­to­ren basiert, hat uns der gro­ße Sozio­lo­ge Zyg­munt Bau­man hin­ter­las­sen: dem Schick­sal einer­seits und den von ihm ermög­lich­ten rea­lis­ti­schen Optio­nen ande­rer­seits. Die­ses „Set“, sag­te er, lässt sich nicht über­sprin­gen. „Aber ver­schie­de­ne Leu­te wer­den eine unter­schied­li­che Wahl tref­fen, und das ist eine Fra­ge des Cha­rak­ters. Des­halb hat man zur sel­ben Zeit Anlass zu Pes­si­mis­mus und Opti­mis­mus. Pes­si­mis­mus, weil es unüber­wind­ba­re Gren­zen der Mög­lich­kei­ten gibt, die einem offen­ste­hen. (…) Opti­mis­mus, weil man, im Unter­schied zum Schick­sal, an sei­nem Cha­rak­ter arbei­ten kann.“*

Wie prä­zi­se Bau­man damit den Lauf des Lebens seziert, zei­gen auch die Tex­te der 376 jun­gen Men­schen, die in die­sen bei­den Bän­den nun gedruckt vor­lie­gen. Schick­sal all­über­all. Aber dann eben Mög­lich­kei­ten zuhauf, Chan­cen. Und Hür­den. Unge­rech­tig­kei­ten. Ungleich- hei­ten. Die gan­ze Bandbreite.

„Das ers­te Mal auf Ski­ern stand ich mit 2 Jah­ren“, berich­tet der Gym­na­si­ast Mar­cus: „Seit­dem nut­ze ich jeden frei­en Tag im Win­ter, um die­sen Sport aus­zu­üben. Ich lie­be ein­fach alles dar­an.“ Wäh­rend in der­sel­ben Salz­bur­ger Schu­le – viel­leicht gar am Tisch neben Mar­cus, beim Schrei­ben womög­lich Ell­bo­gen an Ell­bo­gen – Mum­ta­he­na sich dar­an erin­nert, „ein paar Mona­te in einem christ­li­chen Kin­der­gar­ten, Kir­che und Zeug, all inclu­si­ve“ ver­bracht zu haben: „An sich klingt das nicht son­der­lich auf­re­gend, aber wir sind (sehr) gläu­bi­ge Muslime.“

Jede die­ser Geschich­ten gewährt also Ein­blick in ein Leben. In Sum­me erzäh­len die­se Geschich­ten aber auch von den Mög­lich­kei­ten des Zusam­men­le­bens, vom aktu­el­len Stand des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts, auch von Schwach­stel­len, die schnell Bruch­stel­len wer­den kön­nen. „War­um kannst du so gut Deutsch“, wird die 15-jäh­ri­ge Sarah oft gefragt, „war­um schaust du nicht aus wie ein Aus­län­der?“ Sarah, die mit die­sen zwei Sät­zen nicht nur aus ihrem Leben, son­dern eben auch über das Leben in Salz­burg erzählt, fragt sich in sol­chen Momen­ten eher rat­los: „Wie schaut denn so ein ‚Aus­län­der‘ aus?“

Inso­fern die­se Text­samm­lung unse­re Gegen­wart doku­men­tiert, hält sie natür­lich auch auf sol­che Fra­gen ange­mes­sen viel­fäl­ti­ge Ant­wor­ten bereit. In die­sem Sinn mei­ne Emp­feh­lung: Lesen! Denn auch Lesen ist Arbeit am Charakter.

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